Abbauwand der Friedrich-Zeche in Regensburg: ein tiefschwarzes Leonardit-Flöz zwischen hellen Sand- und Tonbändern
Leonardit

65 Millionen Jahre alt. Und noch immer am Arbeiten.

Die schwarze Schicht in dieser Wand ist hochoxidierte Weichbraunkohle aus dem Tagebau Friedrich-Zeche in Regensburg – mit bis zu 73 % Huminsäuren. Kein Dünger. Ein Speicher.

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Friedrich-Zeche · Regensburg

Ihr Boden verliert nicht zu wenig Nährstoff. Er kann ihn nur nicht halten.

Genau dafür ist Leonardit da: Er bindet, was sonst ausgast oder ausgewaschen wird – und gibt es wieder ab, wenn die Pflanze es braucht.

65 Mio. Jahre alt hochoxidierte Weichbraunkohle
72,8 % Gesamthuminsäure, wasserfrei gemessen: 72,71 und 72,84 % · TU Bergakademie Freiberg
bis 300 meq/100 g Kationen-Austauschkapazität Huminstoffe: 280–300 · ein Boden liegt bei etwa 20
20-fach Wasser, bezogen aufs Eigengewicht Speicherfähigkeit der Ton-Humus-Komplexe
Nahaufnahme der Abbauwand: feine schwarze und hellgraue Schichten liegen dicht übereinander
Jede dieser Lagen ist Ablagerung. Was heute in einem Zug abgebaut wird, hat sich über Jahrmillionen gebildet.

Die Natur hat sich Zeit gelassen

Wenn organische Materie unter idealen Bedingungen humifizieren kann, entsteht irgendwann ein Stoff, den man weder herstellen noch beschleunigen kann. Der Begriff Leonardit geht auf den amerikanischen Geologen Arthur Leonard zurück und bezeichnet Braunkohlen, die Humin- und Fulvosäuren in sehr hoher Konzentration enthalten.

Das Regensburger Vorkommen fällt in der Friedrich-Zeche als Nebenprodukt des Tonabbaus an. Beim Abbau der einzelnen Schichten werden die Rohstoffqualitäten getrennt, im Labor analysiert und den Einsatzgebieten zugeordnet. Erst danach wird über mehrere Siebstufen auf die Körnung gebracht.

Weil es mit Tonmineralen vergesellschaftet ist, gibt es das Material in mehreren Varianten – mit viel Ton (LT 1), mit wenig Ton (LT 3) oder ohne. Welche davon passt, entscheidet die Anwendung, nicht der Preis.

Leonardit ist als Bodenhilfsstoff nach Düngemittelverordnung (Ausgangsstoff 7.1.10) gelistet, entspricht der Bundes-Bodenschutzverordnung und steht in der FiBL-Liste für den ökologischen Landbau.

Leonardit oder Pflanzenkohle?

Die Frage kommt bei fast jedem Gespräch. Beides lässt sich problemlos zusammen einsetzen – aber es sind zwei sehr verschiedene Stoffe, und der Unterschied liegt nicht im Preis.

Leonardit

Biologisch entstanden, durch Humifizierung.

  • Kationen-Austauschkapazität bis zum 30-fachen von Pflanzenkohle
  • Enthält Huminstoffe – beim Regensburger Material bis zu 73 %
  • Bringt eine eigene, ursprüngliche Mikrobiologie aus einem gesunden Lebensraum mit
  • Wirkt katalytisch auf die Humifizierung – es entstehen mehr Huminstoffe in Boden und Kompost
  • Kein thermischer Prozess, daher keine Dioxine, Furane oder PAK zu befürchten

Pflanzenkohle

Durch Pyrolyse hergestellt, bei 380 bis 1.000 °C.

  • Deutlich geringere Fähigkeit, Nährstoffe zu speichern
  • Enthält keine Huminstoffe
  • Bringt keine eigene Mikrobiologie mit, bietet ihr aber Lebensraum
  • Ohne messbaren Effekt auf die Humifizierung
  • Bei thermischen Prozessen können Problemstoffe entstehen – Qualität und Nachweise zählen

Quelle zum Humifizierungs-Effekt. Therese Fleischmann und Paul Ebert, „Analyse der Neutralzucker im Rahmen des Moduls Soil Biogeochemical Analysis“, Martin-Luther-Universität Halle 2018. Fazit der Arbeit: „Leonardit hat einen positiven Effekt auf die Humifizierung, Biochar hat keinen Effekt auf die Humifizierung.“

Einmal kaufen, fünfmal wirken

Leonardit lässt sich an fünf Stellen im Hofkreislauf einsetzen – und je früher Sie einsteigen, desto öfter arbeitet dasselbe Material für Sie. Das Handbuch nennt das die Kaskadenwirkung: Was über die Einstreu hineingeht, landet über den Mist ohnehin in der Gülle und danach im Boden.

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Im Trog

Mineralfuttermittel Leonardit-ML

Für die Fütterung wird ein Vorkommen mit hohem Huminsäureanteil verwendet und mit Lignozellulose bzw. Magnesium ergänzt. Rösl ist als Futtermittelunternehmer nach VO (EG) Nr. 183/2005 registriert, Leonardit-ML erfüllt die Anforderungen des QS-Systems.

Dosierung je Tierart

Rinder und Kühe · unter 100 g je Tier und Tag, mindestens drei Monate lang

Kälber · 20–40 g je Tier und Tag, je nach Größe

Zuchtsauen, Ferkel, Mastschweine, Legehennen, Masthühner, Puten, Schafe und Ziegen · 5–10 kg je Tonne Futtermittel

Pferde · unter 150 g je Tier und Tag, je nach Größe

Aus der Praxis: Entweder ständig füttern oder im Zwei-Wochen-Rhythmus – zwei Wochen mit, zwei Wochen ohne. Bei einem Chargenwechsel des Futters empfiehlt sich die Gabe. Auch die freie Aufnahme hat sich bewährt: das Tier entscheidet dann selbst über Zeitpunkt und Menge.

Wichtig: Wenn gleichzeitig Antibiotika im Stall eingesetzt werden, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.

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Im Stall

Einstreu

Tiere, die sich nah am Boden aufhalten, reagieren besonders auf Schadgase aus ihrer direkten Umgebung – Ammoniak und Schwefelwasserstoffe verändern nachweislich das Mikrobiom der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Und trockene Liegeflächen werden schlicht bevorzugt.

Dosierung Einstreu

50–100 g/m², zwei- bis dreimal die Woche, auf oder unter die Einstreu

Empfohlen: Leonardit-Ton LT 3 (geringer Tonanteil), Körnung 0/4

In Kälberbuchten und Pferdeboxen lohnt es sich, auch unter der Strohmatratze einzustreuen. Vor Melkständen, auf Spaltenböden und ebenen Laufflächen ist die großflächige Anwendung sinnvoll.

Je nach Milieu kann die Kombination mit Milchsäurebakterien, Effektiven Mikroorganismen, Kalk und geeigneten Gesteinsmehlen zusätzliche Wirkung zeigen – genau da greift Biolit ineinander.

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In der Grube

Gülle und Gärreste

Entstehendes Ammoniak wird in wasserlösliche Ammonium-Humate überführt – das ist der Mechanismus, mit dem Leonardit Stickstoff in der Gülle hält statt ihn ausgasen zu lassen. Die Nährstoffe und Spurenelemente werden von den Huminsäuren fixiert und ausgeflockt.

Dosierung Gülle

Mindestens 1 % vom Güllevolumen, unter ständigem Rühren langsam zugeben

Bewährt: Leonardit-Ton LT 3, Körnung 0/4

Wer schon über die Einstreu einbringt, braucht in der Grube nur noch rund 97 % dieser Menge.

Möglichst auf mehrere Gaben bei unterschiedlichen Füllständen verteilen. Vor dem Beimischen aufrühren, das Rührwerk nach der Gabe noch etwas nachlaufen lassen. Leonardit ist leichter als Wasser und verteilt sich bei gutem Einmischen von selbst.

Ein Praxisbeispiel aus dem Handbuch: Carl Graf zu Eltz bewirtschaftet 380 ha ökologisch mit Biogasanlage und setzt seit 2019 25 t LT 3 auf 2.000 m³ Gärrest ein. Sein Befund: deutlich weniger Geruch, dunklere und homogenere Gülle, ein stabilerer Stickstoffgehalt.

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Auf der Fläche

Bodenverbesserung

Im Boden wirkt Leonardit als Dauerhumus, der über viele Jahre bis Jahrzehnte zur Verfügung steht. Er verbessert den Wasser- und Nährstoffspeicher, das Bodengefüge und die Bildung von Ton-Humus-Komplexen.

Zwei Hände halten grobkörniges, tiefschwarzes Leonardit der Körnung 0/4
Leonardit 0/4, wie es in der Friedrich-Zeche gesiebt wird.
Dosierung Boden

Landwirtschaft · 2–5 t/ha

Substrate (Rasen-, Pflanz-, Baumpflanz-, Dachgartenerde) · 10–30 Vol.-%, LT 1 oder LT 3, Körnung 0/4 oder 0/12

Schüttgewicht 750 kg/m³. Am besten gemeinsam mit Wirtschaftsdünger oder anderer Organik ausbringen – oder mit einer Zwischenfrucht leicht einarbeiten.

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Auf der Miete

Kompostierung

Gute Kompostierung zielt darauf, den Kohlenstoff zu speichern statt ihn als Kohlendioxid in die Atmosphäre abzugeben. Guter Kompost riecht angenehm erdig, ist krümelig und nicht faserig und zeigt in der Laboranalyse einen hohen Huminsäuregehalt – das Zeichen für die gewünschten Ton-Humus-Komplexe.

Großer Kompostumsetzer arbeitet eine dampfende Miete durch
Umsetzer im Kompostwerk Liemehna – die Miete dampft, der Prozess läuft.
Dosierung Kompost

5–10 Vol.-% bezogen auf das zu kompostierende Material, möglichst früh zugeben

Empfohlen: Leonardit-Ton LT 1 (ca. 40 % Tonanteil), Körnung 0/12 · alternativ LT 3 mit 0/4

Am besten schon beim Aufsetzen der Miete untermischen, etwa mit dem Miststreuer. Spätere Zugabe geht aber jederzeit.

Was ein Dauerversuch dazu sagt

Dauerversuch Bückwitz auf der Versuchsfläche der DSV, Erntejahr 2017, Hafer der Sorte Youkon.

800 kg/ha Leonardit – bei gleichzeitig reduzierter Stickstoffdüngung

46,13 dt/ha 55,87 dt/ha Kontrolle, ohne Leonardit mit 800 kg/ha Leonardit Einarbeitung durch das Bodenleben + 21 %
Bemerkenswert daran ist die Kombination: 21 % mehr Ertrag trotz reduzierter Stickstoffdüngung (100 kg/ha) und trotz des weiten C/N-Verhältnisses von Leonardit. Gestreut wurde nicht eingearbeitet – das erledigte das Bodenleben zusammen mit der Zwischenfrucht TerraLife Vitamaxx.
PflanzenanalyseKontrollemit LeonarditVeränderung
Ertrag46,13 dt/ha55,87 dt/ha + 21 %
Chlor528 ppm81 ppm − 85 %
Schwefel210 ppm391 ppm+ 86 %
Silizium51,3 ppm59,9 ppm+ 17 %
Phosphat365 ppm345 ppm− 5 %

Ein einzelner Dauerversuch ist keine Garantie für Ihren Schlag – Boden, Fruchtfolge und Witterung entscheiden mit. Wir zeigen die Zahlen trotzdem vollständig, auch den leicht gesunkenen Phosphatwert.

Der Ton-Humus-Komplex

Huminstoffe tragen negative Ladungen und wirken als Bodenkolloide: Sie verbinden einzelne Bodenpartikel zu einer stabilen Krümelstruktur. Damit sich solche Komplexe bilden, braucht es „Brückenbauer“ – Calcium und Magnesium, die als neutralisierende Brücken zwischen organischem und mineralischem Teil dienen.

Das Ergebnis ist mehr Aggregatstabilität: Erosion wird abgebremst, Bodenverdichtungen nehmen ab.

Luft und Wasser

Mehr Ton-Humus-Komplexe heißt bessere Porengrößenverteilung – und damit Gasaustausch und Wasserdurchlässigkeit zugleich. Diese Komplexe können das 20-fache ihres Gewichts an Wasser aufnehmen und schützen den Boden dadurch in Trockenperioden.

Der Lufthaushalt zählt genauso: Ohne Gasaustausch ersticken Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen.

Neu im Programm

Kompetenz-Kompost®

Kein Dünger und kein Bodenhilfsstoff im üblichen Sinn, sondern eine Impfung: ein Spezialkompost mit besonders breitem Mikrobiom, der dort ansetzt, wo die Wechselwirkungen stattfinden – am Saatgut, an der Wurzel oder im Gießwasser.

Eine lange Kompostmiete, dicht bewachsen mit grünen Pflanzen
Die Mieten werden angesät. Pflanzen steuern über ihre Wurzelausscheidungen, welche Mikroorganismen sich entwickeln – je mehr Pflanzenarten, desto breiter das Spektrum.

Warum überhaupt

Die Vielfalt des Lebens in unseren Böden ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – durch die Art der Bewirtschaftung, durch enge Fruchtfolgen, durch Veränderungen im Saatgut und in der Pflanzenernährung. Damit fehlen Partner, die für funktionierende Symbiosen nötig wären.

Kompetenz-Kompost bringt gezielt Mikrobiologie zurück ins System Pflanze–Boden. Er entsteht aus mehreren, unterschiedlich hergestellten Komposten, die anschließend zusammengeführt werden – dadurch das breite Spektrum.

Ausgangsstoffe: Rösl Leonardit-Ton LT 1 0/12, Strauch- und Grünschnitt sowie Kompetenz-Kompost zum Animpfen. Die Reifephase erstreckt sich über mehrere Jahre.

Was er bewirken soll

Wurzel

Mehr Wurzelmasse

Bessere Erschließung von Wasser und Nährstoffen.

Stress

Mehr Resilienz

Höhere Stress- und Trockenheitstoleranz.

Boden

Mehr Humusaufbau

Langfristige Verbesserung der Bodenstruktur.

Partner

Mehr Symbiosen

Stabilere Wechselwirkungen im System Pflanze–Boden.

Eine Hand hält angeimpftes Getreidesaatgut, die Körner sind dunkel behaftet
Angeimpftes Saatgut. Nach dem Prinzip des Sauerteigs tragen die wachsenden Pflanzen die mikrobiellen Strukturen weiter in den Boden.

Anwendung und Menge

Landwirtschaft

Saatgut animpfen · 1–2 kg auf die Saatgutmenge je Hektar

Kompostierung und Wirtschaftsdünger · 50–100 g/m³ frisch aufgesetztes Material

Komposttee · 1–2 % der Wassermenge, also etwa 20 kg je 1.000 l

Garten- und Landschaftsbau

Gießwasser · 1 TL je Liter

Garten und Rasen · 50 g/m²

Wurzeln anstauben · 10–100 g, je nach Größe des Ballens

Saatgut animpfen · 50 g je Quadratmeter Gartenfläche

Lagerung: mit leichter Luftzufuhr, die Verpackung leicht geöffnet lassen. Es lebt.

Selber machen: der Wirbelstrom-Komposter

Rösl veröffentlicht die Bauanleitung offen – ein rundes Holzgehäuse von etwa 121 cm Durchmesser über einer 30 cm tiefen Grube, mit einem Kupfer-Luftrohr in der Mitte. Befüllt wird mit möglichst unterschiedlichem organischem Material, dann gewässert, gemulcht und angesät. Je nach Substrat steht der Kompost ein bis zwei Jahre.

Wer nicht selbst zuschneiden will: Es gibt einen Bausatz mit allen Brettern auf Maß, Kupferrohr und Befestigungsmaterial – 300,00 € zzgl. MwSt., abholbar in Regensburg oder Liemehna. Wir bestellen ihn gern für Sie mit.

Ein runder Wirbelstrom-Komposter aus Holzlatten, oben dicht bewachsen
Ein fertiger Wirbelstrom-Komposter, oben eingesät.

Deklaration Kompetenz-Kompost. Bodenhilfsstoff unter Verwendung von pflanzlichen Stoffen, organischem Bodenmaterial, Kohlen und Ton. 0,56 % Stickstoff (N) · 0,46 % Kalium (K₂O) · 0,26 % Phosphat (P₂O₅) · 16,3 % organische Substanz · 5,22 % basisch wirksame Bestandteile (CaO). Zertifiziert durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost, Warendeklaration der RAL-Gütesicherung. Inverkehrbringer: Rösl GmbH, Kompostwerk Liemehna. Gebinde: Sackware 1 l und 3 l, Eimer 20 l, BigBag 500 l.

Sorten und Gebinde

Ein Rohstoff, mehrere Körnungen und Tonanteile. Welche Sorte zu Ihrer Anwendung passt, steht oben bei jeder Stufe dabei – im Zweifel rufen Sie durch.

SorteKörnungWofürLieferform
Leonardit
Bodenhilfsstoff
0/4 mm Boden, Gülle, Einstreu, Kompost lose · BigBag 1,00 und 1,25 m³ · Sack- und Eimerware
Leonardit fein ca. 36 µm Feinstanwendungen, Kleingebinde Kleingebinde 50 / 160 / 750 g
Leonardit-Ton LT 1
ca. 40 % Tonanteil
0/12 mm Kompostierung, Substrate lose · BigBag 1,25 m³
Leonardit-Ton LT 3
geringer Tonanteil
0/4 mm Gülle, Einstreu, Boden lose · BigBag 1,00 m³
Leonardit-ML
Mineralfuttermittel mit Lignozellulose
0/4 mm Tierernährung BigBag 1,00 m³ · Sackware · Eimer 20 l
Leonarditmulch 0/40 mm Mulchen, Landschaftsbau lose
CLEO Mineralerde
Lösslehm mit Leonardit
sehr fein Garten, Topfpflanzen, Gießwasser Kleingebinde 80 / 300 / 1.200 g
Kompetenz-Kompost® Saatgut, Wurzel, Gießwasser, Kompost animpfen Sack 1 und 3 l · Eimer 20 l · BigBag 500 l

Deklaration Leonardit 0/4

Bodenhilfsstoff nach § 2 Düngegesetz, zur Erhöhung des Humusgehaltes und der biologischen Aktivität, unter Verwendung von Bodenmaterial natürlicher Herkunft.

Organische Substanz43,0 %
pH-Wert (CaCl₂)6,2
Salzgehalt1,1 g/l
Stickstoff (N) gesamt0,18 %
Kalium (K₂O)0,42 %
Magnesium (Mg)0,30 %
Calcium (Ca)4,02 %
Schwefel (S)1,61 %
Schüttgewicht (FM)750 kg/m³

Hersteller und Inverkehrbringer: Rösl GmbH & Co. KG, Niederlassung Regensburg. Trocken und geschützt lagern, in ungeöffneter Originalverpackung mindestens ein Jahr haltbar. Der Bodenhilfsstoff ist kein Futtermittel – dafür gibt es Leonardit-ML.

Zulassungen und Nachweise

  • Bodenhilfsstoff nach Düngemittelverordnung, Ausgangsstoff 7.1.10
  • Entspricht der Bundes-Bodenschutzverordnung (BBodSchV)
  • Gelistet für den ökologischen Landbau (FiBL-Liste)
  • Leonardit-ML: QS-Zertifikat auf der Stufe Futtermittelwirtschaft
  • Rösl ist Futtermittelunternehmer nach VO (EG) Nr. 183/2005
  • Einzelfuttermittel nach VO (EU) 2017/1017

Lagerung und Ausbringung

Bei Lagerung im Freien mit einer Plane abdecken. Die Ausbringung ist mit gängiger Streutechnik möglich und gelingt deutlich besser, wenn das Material trocken gelagert wurde.

Beim Kompetenz-Kompost sind zusätzlich die Mengenbeschränkungen nach AbfKlärV und BioAbfV sowie die Abstandsregelungen zu Gewässern nach § 5 Abs. 2 und 3 DüV zu beachten.

Häufige Fragen

Was ist Leonardit?

Leonardit ist hochoxidierte Weichbraunkohle, rund 65 Millionen Jahre alt. Der Begriff geht auf den amerikanischen Geologen Arthur Leonard zurück und bezeichnet Braunkohlen mit sehr hoher Konzentration an Humin- und Fulvosäuren. Das Regensburger Material aus der Friedrich-Zeche kommt auf 72,8 % Gesamthuminsäure wasserfrei (gemessen 72,71 und 72,84 %, TU Bergakademie Freiberg). Es ist kein Dünger, sondern ein Speicher.

Was ist der Unterschied zwischen Leonardit und Pflanzenkohle?

Leonardit ist biologisch durch Humifizierung entstanden, Pflanzenkohle wird durch Pyrolyse bei 380 bis 1.000 °C hergestellt. Leonardit hat eine bis zu 30-fach höhere Kationen-Austauschkapazität, enthält selbst Huminstoffe und bringt eine eigene Mikrobiologie mit; Pflanzenkohle enthält keine Huminstoffe, bietet Mikroorganismen aber Lebensraum. Eine Arbeit der Martin-Luther-Universität Halle von 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass Leonardit einen positiven Effekt auf die Humifizierung hat und Biochar keinen. Beides lässt sich problemlos zusammen einsetzen.

Wie wird Leonardit in der Gülle dosiert?

Mindestens 1 % des Güllevolumens, unter ständigem Rühren langsam zugeben. Bewährt hat sich Leonardit-Ton LT 3 mit geringem Tonanteil in der Körnung 0/4. Entstehendes Ammoniak wird dabei in wasserlösliche Ammonium-Humate überführt.

Wie viel Leonardit gehört in die Einstreu?

50 bis 100 g je Quadratmeter, zwei- bis dreimal die Woche, auf oder unter die Einstreu. Empfohlen wird Leonardit-Ton LT 3 in der Körnung 0/4. In Kälberbuchten und Pferdeboxen lohnt es sich, auch unter der Strohmatratze einzustreuen.

Darf Leonardit verfüttert werden?

Für die Fütterung gibt es das Mineralfuttermittel Leonardit-ML. Der Hersteller Rösl ist als Futtermittelunternehmer nach VO (EG) Nr. 183/2005 registriert, Leonardit-ML erfüllt die Anforderungen des QS-Systems. Richtwerte: Rinder unter 100 g je Tier und Tag, Kälber 20–40 g, Pferde unter 150 g, Schweine und Geflügel 5–10 kg je Tonne Futter. Wenn gleichzeitig Antibiotika im Stall eingesetzt werden, bitte Rücksprache mit dem Tierarzt halten.

Ist Leonardit für den ökologischen Landbau zugelassen?

Leonardit ist als Bodenhilfsstoff nach Düngemittelverordnung (Ausgangsstoff 7.1.10) gelistet, entspricht der Bundes-Bodenschutzverordnung und steht in der FiBL-Liste für den ökologischen Landbau.

Was bedeutet Kaskadenwirkung?

Dasselbe Material arbeitet an mehreren Stellen im Hofkreislauf nacheinander: Was über die Einstreu in den Stall geht, landet über den Mist in der Gülle und danach im Boden. Je früher man einsteigt, desto öfter arbeitet dieselbe Menge.

Zwei Hände halten feines, tiefschwarzes Leonardit-Pulver

Erst rechnen, dann fahren.

Leonardit kommt lose, im BigBag oder als Sackware – der Preis hängt an Sorte, Menge und Ihrer Postleitzahl. Sagen Sie uns, wofür Sie es brauchen, dann rechnen wir Ihnen die passende Sorte und die Fracht zusammen.