Die schwarze Schicht in dieser Wand ist hochoxidierte Weichbraunkohle aus dem Tagebau Friedrich-Zeche in Regensburg – mit bis zu 73 % Huminsäuren. Kein Dünger. Ein Speicher.
Ihr Boden verliert nicht zu wenig Nährstoff. Er kann ihn nur nicht halten.
Genau dafür ist Leonardit da: Er bindet, was sonst ausgast oder ausgewaschen wird – und gibt es wieder ab, wenn die Pflanze es braucht.
Wenn organische Materie unter idealen Bedingungen humifizieren kann, entsteht irgendwann ein Stoff, den man weder herstellen noch beschleunigen kann. Der Begriff Leonardit geht auf den amerikanischen Geologen Arthur Leonard zurück und bezeichnet Braunkohlen, die Humin- und Fulvosäuren in sehr hoher Konzentration enthalten.
Das Regensburger Vorkommen fällt in der Friedrich-Zeche als Nebenprodukt des Tonabbaus an. Beim Abbau der einzelnen Schichten werden die Rohstoffqualitäten getrennt, im Labor analysiert und den Einsatzgebieten zugeordnet. Erst danach wird über mehrere Siebstufen auf die Körnung gebracht.
Weil es mit Tonmineralen vergesellschaftet ist, gibt es das Material in mehreren Varianten – mit viel Ton (LT 1), mit wenig Ton (LT 3) oder ohne. Welche davon passt, entscheidet die Anwendung, nicht der Preis.
Leonardit ist als Bodenhilfsstoff nach Düngemittelverordnung (Ausgangsstoff 7.1.10) gelistet, entspricht der Bundes-Bodenschutzverordnung und steht in der FiBL-Liste für den ökologischen Landbau.
Die Frage kommt bei fast jedem Gespräch. Beides lässt sich problemlos zusammen einsetzen – aber es sind zwei sehr verschiedene Stoffe, und der Unterschied liegt nicht im Preis.
Biologisch entstanden, durch Humifizierung.
Durch Pyrolyse hergestellt, bei 380 bis 1.000 °C.
Quelle zum Humifizierungs-Effekt. Therese Fleischmann und Paul Ebert, „Analyse der Neutralzucker im Rahmen des Moduls Soil Biogeochemical Analysis“, Martin-Luther-Universität Halle 2018. Fazit der Arbeit: „Leonardit hat einen positiven Effekt auf die Humifizierung, Biochar hat keinen Effekt auf die Humifizierung.“
Leonardit lässt sich an fünf Stellen im Hofkreislauf einsetzen – und je früher Sie einsteigen, desto öfter arbeitet dasselbe Material für Sie. Das Handbuch nennt das die Kaskadenwirkung: Was über die Einstreu hineingeht, landet über den Mist ohnehin in der Gülle und danach im Boden.
Für die Fütterung wird ein Vorkommen mit hohem Huminsäureanteil verwendet und mit Lignozellulose bzw. Magnesium ergänzt. Rösl ist als Futtermittelunternehmer nach VO (EG) Nr. 183/2005 registriert, Leonardit-ML erfüllt die Anforderungen des QS-Systems.
Rinder und Kühe · unter 100 g je Tier und Tag, mindestens drei Monate lang
Kälber · 20–40 g je Tier und Tag, je nach Größe
Zuchtsauen, Ferkel, Mastschweine, Legehennen, Masthühner, Puten, Schafe und Ziegen · 5–10 kg je Tonne Futtermittel
Pferde · unter 150 g je Tier und Tag, je nach Größe
Aus der Praxis: Entweder ständig füttern oder im Zwei-Wochen-Rhythmus – zwei Wochen mit, zwei Wochen ohne. Bei einem Chargenwechsel des Futters empfiehlt sich die Gabe. Auch die freie Aufnahme hat sich bewährt: das Tier entscheidet dann selbst über Zeitpunkt und Menge.
Wichtig: Wenn gleichzeitig Antibiotika im Stall eingesetzt werden, halten Sie bitte Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.
Tiere, die sich nah am Boden aufhalten, reagieren besonders auf Schadgase aus ihrer direkten Umgebung – Ammoniak und Schwefelwasserstoffe verändern nachweislich das Mikrobiom der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Und trockene Liegeflächen werden schlicht bevorzugt.
50–100 g/m², zwei- bis dreimal die Woche, auf oder unter die Einstreu
Empfohlen: Leonardit-Ton LT 3 (geringer Tonanteil), Körnung 0/4
In Kälberbuchten und Pferdeboxen lohnt es sich, auch unter der Strohmatratze einzustreuen. Vor Melkständen, auf Spaltenböden und ebenen Laufflächen ist die großflächige Anwendung sinnvoll.
Je nach Milieu kann die Kombination mit Milchsäurebakterien, Effektiven Mikroorganismen, Kalk und geeigneten Gesteinsmehlen zusätzliche Wirkung zeigen – genau da greift Biolit ineinander.
Entstehendes Ammoniak wird in wasserlösliche Ammonium-Humate überführt – das ist der Mechanismus, mit dem Leonardit Stickstoff in der Gülle hält statt ihn ausgasen zu lassen. Die Nährstoffe und Spurenelemente werden von den Huminsäuren fixiert und ausgeflockt.
Mindestens 1 % vom Güllevolumen, unter ständigem Rühren langsam zugeben
Bewährt: Leonardit-Ton LT 3, Körnung 0/4
Wer schon über die Einstreu einbringt, braucht in der Grube nur noch rund 97 % dieser Menge.
Möglichst auf mehrere Gaben bei unterschiedlichen Füllständen verteilen. Vor dem Beimischen aufrühren, das Rührwerk nach der Gabe noch etwas nachlaufen lassen. Leonardit ist leichter als Wasser und verteilt sich bei gutem Einmischen von selbst.
Ein Praxisbeispiel aus dem Handbuch: Carl Graf zu Eltz bewirtschaftet 380 ha ökologisch mit Biogasanlage und setzt seit 2019 25 t LT 3 auf 2.000 m³ Gärrest ein. Sein Befund: deutlich weniger Geruch, dunklere und homogenere Gülle, ein stabilerer Stickstoffgehalt.
Im Boden wirkt Leonardit als Dauerhumus, der über viele Jahre bis Jahrzehnte zur Verfügung steht. Er verbessert den Wasser- und Nährstoffspeicher, das Bodengefüge und die Bildung von Ton-Humus-Komplexen.
Landwirtschaft · 2–5 t/ha
Substrate (Rasen-, Pflanz-, Baumpflanz-, Dachgartenerde) · 10–30 Vol.-%, LT 1 oder LT 3, Körnung 0/4 oder 0/12
Schüttgewicht 750 kg/m³. Am besten gemeinsam mit Wirtschaftsdünger oder anderer Organik ausbringen – oder mit einer Zwischenfrucht leicht einarbeiten.
Gute Kompostierung zielt darauf, den Kohlenstoff zu speichern statt ihn als Kohlendioxid in die Atmosphäre abzugeben. Guter Kompost riecht angenehm erdig, ist krümelig und nicht faserig und zeigt in der Laboranalyse einen hohen Huminsäuregehalt – das Zeichen für die gewünschten Ton-Humus-Komplexe.
5–10 Vol.-% bezogen auf das zu kompostierende Material, möglichst früh zugeben
Empfohlen: Leonardit-Ton LT 1 (ca. 40 % Tonanteil), Körnung 0/12 · alternativ LT 3 mit 0/4
Am besten schon beim Aufsetzen der Miete untermischen, etwa mit dem Miststreuer. Spätere Zugabe geht aber jederzeit.
Dauerversuch Bückwitz auf der Versuchsfläche der DSV, Erntejahr 2017, Hafer der Sorte Youkon.
| Pflanzenanalyse | Kontrolle | mit Leonardit | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Ertrag | 46,13 dt/ha | 55,87 dt/ha | + 21 % |
| Chlor | 528 ppm | 81 ppm | − 85 % |
| Schwefel | 210 ppm | 391 ppm | + 86 % |
| Silizium | 51,3 ppm | 59,9 ppm | + 17 % |
| Phosphat | 365 ppm | 345 ppm | − 5 % |
Ein einzelner Dauerversuch ist keine Garantie für Ihren Schlag – Boden, Fruchtfolge und Witterung entscheiden mit. Wir zeigen die Zahlen trotzdem vollständig, auch den leicht gesunkenen Phosphatwert.
Huminstoffe tragen negative Ladungen und wirken als Bodenkolloide: Sie verbinden einzelne Bodenpartikel zu einer stabilen Krümelstruktur. Damit sich solche Komplexe bilden, braucht es „Brückenbauer“ – Calcium und Magnesium, die als neutralisierende Brücken zwischen organischem und mineralischem Teil dienen.
Das Ergebnis ist mehr Aggregatstabilität: Erosion wird abgebremst, Bodenverdichtungen nehmen ab.
Mehr Ton-Humus-Komplexe heißt bessere Porengrößenverteilung – und damit Gasaustausch und Wasserdurchlässigkeit zugleich. Diese Komplexe können das 20-fache ihres Gewichts an Wasser aufnehmen und schützen den Boden dadurch in Trockenperioden.
Der Lufthaushalt zählt genauso: Ohne Gasaustausch ersticken Pflanzenwurzeln und Bodenorganismen.
Kein Dünger und kein Bodenhilfsstoff im üblichen Sinn, sondern eine Impfung: ein Spezialkompost mit besonders breitem Mikrobiom, der dort ansetzt, wo die Wechselwirkungen stattfinden – am Saatgut, an der Wurzel oder im Gießwasser.
Die Vielfalt des Lebens in unseren Böden ist in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – durch die Art der Bewirtschaftung, durch enge Fruchtfolgen, durch Veränderungen im Saatgut und in der Pflanzenernährung. Damit fehlen Partner, die für funktionierende Symbiosen nötig wären.
Kompetenz-Kompost bringt gezielt Mikrobiologie zurück ins System Pflanze–Boden. Er entsteht aus mehreren, unterschiedlich hergestellten Komposten, die anschließend zusammengeführt werden – dadurch das breite Spektrum.
Ausgangsstoffe: Rösl Leonardit-Ton LT 1 0/12, Strauch- und Grünschnitt sowie Kompetenz-Kompost zum Animpfen. Die Reifephase erstreckt sich über mehrere Jahre.
Bessere Erschließung von Wasser und Nährstoffen.
Höhere Stress- und Trockenheitstoleranz.
Langfristige Verbesserung der Bodenstruktur.
Stabilere Wechselwirkungen im System Pflanze–Boden.
Saatgut animpfen · 1–2 kg auf die Saatgutmenge je Hektar
Kompostierung und Wirtschaftsdünger · 50–100 g/m³ frisch aufgesetztes Material
Komposttee · 1–2 % der Wassermenge, also etwa 20 kg je 1.000 l
Gießwasser · 1 TL je Liter
Garten und Rasen · 50 g/m²
Wurzeln anstauben · 10–100 g, je nach Größe des Ballens
Saatgut animpfen · 50 g je Quadratmeter Gartenfläche
Lagerung: mit leichter Luftzufuhr, die Verpackung leicht geöffnet lassen. Es lebt.
Rösl veröffentlicht die Bauanleitung offen – ein rundes Holzgehäuse von etwa 121 cm Durchmesser über einer 30 cm tiefen Grube, mit einem Kupfer-Luftrohr in der Mitte. Befüllt wird mit möglichst unterschiedlichem organischem Material, dann gewässert, gemulcht und angesät. Je nach Substrat steht der Kompost ein bis zwei Jahre.
Wer nicht selbst zuschneiden will: Es gibt einen Bausatz mit allen Brettern auf Maß, Kupferrohr und Befestigungsmaterial – 300,00 € zzgl. MwSt., abholbar in Regensburg oder Liemehna. Wir bestellen ihn gern für Sie mit.
Deklaration Kompetenz-Kompost. Bodenhilfsstoff unter Verwendung von pflanzlichen Stoffen, organischem Bodenmaterial, Kohlen und Ton. 0,56 % Stickstoff (N) · 0,46 % Kalium (K₂O) · 0,26 % Phosphat (P₂O₅) · 16,3 % organische Substanz · 5,22 % basisch wirksame Bestandteile (CaO). Zertifiziert durch die Bundesgütegemeinschaft Kompost, Warendeklaration der RAL-Gütesicherung. Inverkehrbringer: Rösl GmbH, Kompostwerk Liemehna. Gebinde: Sackware 1 l und 3 l, Eimer 20 l, BigBag 500 l.
Ein Rohstoff, mehrere Körnungen und Tonanteile. Welche Sorte zu Ihrer Anwendung passt, steht oben bei jeder Stufe dabei – im Zweifel rufen Sie durch.
| Sorte | Körnung | Wofür | Lieferform |
|---|---|---|---|
| Leonardit Bodenhilfsstoff |
0/4 mm | Boden, Gülle, Einstreu, Kompost | lose · BigBag 1,00 und 1,25 m³ · Sack- und Eimerware |
| Leonardit fein | ca. 36 µm | Feinstanwendungen, Kleingebinde | Kleingebinde 50 / 160 / 750 g |
| Leonardit-Ton LT 1 ca. 40 % Tonanteil |
0/12 mm | Kompostierung, Substrate | lose · BigBag 1,25 m³ |
| Leonardit-Ton LT 3 geringer Tonanteil |
0/4 mm | Gülle, Einstreu, Boden | lose · BigBag 1,00 m³ |
| Leonardit-ML Mineralfuttermittel mit Lignozellulose |
0/4 mm | Tierernährung | BigBag 1,00 m³ · Sackware · Eimer 20 l |
| Leonarditmulch | 0/40 mm | Mulchen, Landschaftsbau | lose |
| CLEO Mineralerde Lösslehm mit Leonardit |
sehr fein | Garten, Topfpflanzen, Gießwasser | Kleingebinde 80 / 300 / 1.200 g |
| Kompetenz-Kompost® | – | Saatgut, Wurzel, Gießwasser, Kompost animpfen | Sack 1 und 3 l · Eimer 20 l · BigBag 500 l |
Bodenhilfsstoff nach § 2 Düngegesetz, zur Erhöhung des Humusgehaltes und der biologischen Aktivität, unter Verwendung von Bodenmaterial natürlicher Herkunft.
| Organische Substanz | 43,0 % |
| pH-Wert (CaCl₂) | 6,2 |
| Salzgehalt | 1,1 g/l |
| Stickstoff (N) gesamt | 0,18 % |
| Kalium (K₂O) | 0,42 % |
| Magnesium (Mg) | 0,30 % |
| Calcium (Ca) | 4,02 % |
| Schwefel (S) | 1,61 % |
| Schüttgewicht (FM) | 750 kg/m³ |
Hersteller und Inverkehrbringer: Rösl GmbH & Co. KG, Niederlassung Regensburg. Trocken und geschützt lagern, in ungeöffneter Originalverpackung mindestens ein Jahr haltbar. Der Bodenhilfsstoff ist kein Futtermittel – dafür gibt es Leonardit-ML.
Bei Lagerung im Freien mit einer Plane abdecken. Die Ausbringung ist mit gängiger Streutechnik möglich und gelingt deutlich besser, wenn das Material trocken gelagert wurde.
Beim Kompetenz-Kompost sind zusätzlich die Mengenbeschränkungen nach AbfKlärV und BioAbfV sowie die Abstandsregelungen zu Gewässern nach § 5 Abs. 2 und 3 DüV zu beachten.
Leonardit ist hochoxidierte Weichbraunkohle, rund 65 Millionen Jahre alt. Der Begriff geht auf den amerikanischen Geologen Arthur Leonard zurück und bezeichnet Braunkohlen mit sehr hoher Konzentration an Humin- und Fulvosäuren. Das Regensburger Material aus der Friedrich-Zeche kommt auf 72,8 % Gesamthuminsäure wasserfrei (gemessen 72,71 und 72,84 %, TU Bergakademie Freiberg). Es ist kein Dünger, sondern ein Speicher.
Leonardit ist biologisch durch Humifizierung entstanden, Pflanzenkohle wird durch Pyrolyse bei 380 bis 1.000 °C hergestellt. Leonardit hat eine bis zu 30-fach höhere Kationen-Austauschkapazität, enthält selbst Huminstoffe und bringt eine eigene Mikrobiologie mit; Pflanzenkohle enthält keine Huminstoffe, bietet Mikroorganismen aber Lebensraum. Eine Arbeit der Martin-Luther-Universität Halle von 2018 kommt zu dem Ergebnis, dass Leonardit einen positiven Effekt auf die Humifizierung hat und Biochar keinen. Beides lässt sich problemlos zusammen einsetzen.
Mindestens 1 % des Güllevolumens, unter ständigem Rühren langsam zugeben. Bewährt hat sich Leonardit-Ton LT 3 mit geringem Tonanteil in der Körnung 0/4. Entstehendes Ammoniak wird dabei in wasserlösliche Ammonium-Humate überführt.
50 bis 100 g je Quadratmeter, zwei- bis dreimal die Woche, auf oder unter die Einstreu. Empfohlen wird Leonardit-Ton LT 3 in der Körnung 0/4. In Kälberbuchten und Pferdeboxen lohnt es sich, auch unter der Strohmatratze einzustreuen.
Für die Fütterung gibt es das Mineralfuttermittel Leonardit-ML. Der Hersteller Rösl ist als Futtermittelunternehmer nach VO (EG) Nr. 183/2005 registriert, Leonardit-ML erfüllt die Anforderungen des QS-Systems. Richtwerte: Rinder unter 100 g je Tier und Tag, Kälber 20–40 g, Pferde unter 150 g, Schweine und Geflügel 5–10 kg je Tonne Futter. Wenn gleichzeitig Antibiotika im Stall eingesetzt werden, bitte Rücksprache mit dem Tierarzt halten.
Leonardit ist als Bodenhilfsstoff nach Düngemittelverordnung (Ausgangsstoff 7.1.10) gelistet, entspricht der Bundes-Bodenschutzverordnung und steht in der FiBL-Liste für den ökologischen Landbau.
Dasselbe Material arbeitet an mehreren Stellen im Hofkreislauf nacheinander: Was über die Einstreu in den Stall geht, landet über den Mist in der Gülle und danach im Boden. Je früher man einsteigt, desto öfter arbeitet dieselbe Menge.
Leonardit kommt lose, im BigBag oder als Sackware – der Preis hängt an Sorte, Menge und Ihrer Postleitzahl. Sagen Sie uns, wofür Sie es brauchen, dann rechnen wir Ihnen die passende Sorte und die Fracht zusammen.